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Stand: 01.10.2026. Falsche Röhrchengröße kostet Probe, Zeit und Rotor. Zu großes Röhrchen verdünnt die Probe und erhöht den Kunststoffabfall. Zu kleines Röhrchen läuft über und kontaminiert den Becher.
Die Auswahl folgt vier Fakten: Probenvolumen, Zentrifugalkraft, Rotorbohrung und Verschluss. Alle Angaben in diesem Beitrag beziehen sich auf Polypropylen-Röhrchen für Laborzentrifugen mit Festwinkel- oder Ausschwingrotor.
Mikrozentrifugenröhrchen fassen 0,5 ml, 1,5 ml oder 2,0 ml. Sie laufen in Tischzentrifugen bei 12.000 bis 21.000 x g. Zentrifugenröhrchen fassen 15 ml oder 50 ml. Sie laufen in Becherzentrifugen bei 3.000 bis 20.000 x g.
Als Faustregel gilt: Füllvolumen plus 10 % Kopfraum bestimmt die Nenngröße. 12 ml Medium gehören in ein 15-ml-Röhrchen. 35 ml Kultur gehören in ein 50-ml-Röhrchen.
| Nenngröße | Typische Füllmenge | Typische RCF | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| 0,5 ml | 0,1 – 0,45 ml | bis 21.000 x g | PCR-Ansatz, Aliquots, DNA-Fällung |
| 1,5 ml | 0,5 – 1,4 ml | bis 21.000 x g | Plasmidpräparation, Zellpellets, Proteinproben |
| 15 ml | 5 – 13 ml | bis 17.000 x g | Zellkultur, Bakterienkultur, Aufreinigung |
| 50 ml | 15 – 45 ml | bis 20.000 x g | Volumenzentrifugation, Puffer, Ernte |
Die RCF-Grenze steht im Datenblatt des Herstellers. Ein 15-ml-Röhrchen von AHN trägt 17.000 x g. Ein 50-ml-Röhrchen von AHN trägt 20.000 x g. ISOLAB-Röhrchen für die Routine tragen niedrigere Werte und gehören in Ausschwingrotoren mit Bechereinsatz.
Schnappdeckel öffnen mit einer Hand. Sie eignen sich für PCR, Klonierung und kurze Spins. Schraubverschluss dichtet mit O-Ring ab. Er eignet sich für 95 °C Inkubation, Überkopfmischen und Transport.
Die Wandstärke entscheidet über Dichtigkeit bei Hitze. Dünnwandige PCR-Tubes übertragen Wärme in 10 Sekunden. Dickwandige Schraubröhrchen halten Druck bei 121 °C Autoklavieren. AHN myTube Microzentrifugenröhrchen 1,5 ml decken Schnappdeckel-Anwendungen mit Graduierung und Beschriftungsfeld ab. Die Röhrchen bestehen aus PP in Neuware und sind DNase-, RNase- und Pyrogen-frei.
Für Lagerung und Versand gilt Schraubverschluss. AHN myTube Screw Cap Tubes 0,5/1,5 ml schließen mit Sterilschraubkappe und vertragen -80 °C bis +121 °C. Das Außen Gewinde bleibt frei von Probenresten und lässt sich mit Handschuhen öffnen.
15-ml-Röhrchen messen 17 mm x 120 mm. 50-ml-Röhrchen messen 30 mm x 115 mm. Der Durchmesser bestimmt den Adapter. Ein 30-mm-Becher nimmt kein 17-mm-Röhrchen ohne Adapter auf. Ein 17-mm-Becher quetscht ein 30-mm-Röhrchen.
Selbststehend oder konisch entscheidet über Absetzen und Pipettieren. Konischer Boden bündelt Pellets in 3 mm Spitze. Selbststehender Boden mit Standfuß steht auf der Bank ohne Rack. Selbststehende Röhrchen brauchen 2 mm mehr Becherlänge.
ISOLAB Tubes 50 ml selbststehend messen 30 mm x 115 mm und werden im 50er-Beutel geliefert. Der Standfuß trägt das befüllte Röhrchen auf Edelstahl. Die Graduierung läuft bis 50 ml in 5-ml-Schritten. Das Material ist PP, autoklavierbar bei 121 °C für 20 Minuten.
Für Zellkultur zählen Sterilität und DNase-Freiheit. Sterile Röhrchen kommen einzeln verpackt oder im Rack. Unsterile Bulkware gehört in Pufferansatz und Abfall. Kryoröhrchen ersetzen kein Zentrifugenröhrchen bei hoher RCF.
Prüfen Sie zuerst das Endvolumen nach allen Zugaben. Medium plus Waschpuffer plus Fixativ ergeben das Füllvolumen. Wählen Sie danach die Nenngröße mit Kopfraum. Prüfen Sie dann die RCF im Protokoll gegen das Röhrchenetikett.
Ein Beispiel aus der Zellernte: 40 ml Kultur passen nicht in 15 ml. Sie brauchen 50 ml mit 5 ml Kopfraum. Der Ausschwingbecher trägt 4 x 750 ml, also 12 x 50 ml mit Adapter. Die Zentrifugation läuft 5 Minuten bei 300 x g. Hohe RCF ist hier unnötig und schädigt Zellen.
Ein Beispiel aus der Plasmidpräparation: 1,4 ml Übernachtkultur passen in 1,5 ml. Der Tischrotor trägt 24 x 1,5 ml. Die Lyse läuft im selben Röhrchen. Der Elutionsschritt braucht ein frisches 1,5-ml-Röhrchen zur Vermeidung von Salzverschleppung.
Transferpipetten ergänzen kleine Volumina. AHN myPette Transferpipette 1 ml / 3 ml dosiert Tropfen von etwa 35 µl und füllt 0,5-ml-Aliquots ohne Kreuzkontamination. Die Pipette ist unsteril verpackt und für Einmalgebrauch bestimmt.
Kleine DNA-Mengen bis 1,4 ml gehören in 1,5 ml mit Schnappdeckel. Lager-Aliquots bis 0,45 ml gehören in 0,5 ml mit Schraubverschluss. Bakterienkulturen bis 13 ml gehören in 15 ml konisch steril. Volumina von 15 ml bis 45 ml gehören in 50 ml selbststehend.
Achten Sie auf Chargenangabe und Zertifikat. DNase-, RNase- und Pyrogen-frei steht auf dem Beutel oder im Datenblatt. Autoklavierbarkeit gilt nur mit loser Kappe und ohne Überfüllung. Nach dem 01.10.2026 bleiben PP-Röhrchen der Standard für -80 °C Lagerung bis 12 Monate.
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